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Hausstaubmilben

Hausstaubmilben sind ca. 0,1 bis 0,5 mm große, achtbeinige Spinnentiere, die sich überwiegend von menschlichen und tierischen Hautschuppen ernähren. Allerdings sind die Schuppen an sich für die Milben im Urzustand ungenießbar, sie müssen zuerst von speziellen Schimmelpilzarten "vorverdaut" werden. Die Milben tragen dafür im Gegenzug den Pilz auf ihrem Körper und verteilen ihn, während sie sich im Raum bewegen. Pilz- und Milbenpopulation beeinflussen und fördern also gegenseitig ihre Verbreitung.

Milben existieren überall dort, wo sich Lebewesen aufhalten. Mit Vorliebe bevölkern sie Teppiche, Polstermöbel und vor allem Betten, sie lieben Temperaturen um die 25°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei weniger als
50 % Luftfeuchtigkeit sterben die Milben ab, es sei denn, sie siedeln sich an ohnehin feuchten Plätzen an. Aus Matratzen zum Beispiel lassen sie sich schwer vollständig vertreiben. Das ist insofern unangenehm, als dass der Kot, den die Milben tagtäglich produzieren, allergieauslösende Substanzen enthält.

Die Hausstaubmilbenallergie kann unter anderem Dauerschnupfen, Schleimhautschwellungen, Augenbrennen und Ohrenjucken hervorrufen. Langfristig kann sich aus der Allergie sogar ein asthmatischer Husten entwickeln.
Empfohlen werden daher frühzeitige Therapieeinsätze durch spezifische Immuntherapien, wie die sogenannte "Hyposensibilisierung", bei der das Immunsystem Stück für Stück künstlich an die allergieauslösende Substanz gewöhnt wird. Verschiedene alltägliche Strategien können ebenfalls helfen, die Milbenbevölkerung in Grenzen zu halten und die allergischen Symptome zu mildern.

Wichtig ist zum Beispiel regelmäßiges Staubsaugen. Am besten ist es, wenn man bei der Einrichtung seiner Behausung von Anfang an darauf achtet, Staubfänger besonders bei großen Oberflächen zu vermeiden. Statt Teppich empfehlen sich zum Beispiel eher glatte Fußbodenbeläge wie Laminat, Parkett, PVC, etc..
Beim Staubsaugen und sowieso generell sollte immer gut gelüftet werden, wischen sollte man lieber feucht als trocken - danach aber natürlich auch wieder gut lüften!

Der milbentechnisch problematischste Platz ist das Bett. Abgesehen von den für Milben günstigen Lebensbedingungen, verbringt man im Bett ein Drittel der Tageszeit in unvermeidlicher Nähe zum größten Milbenherd des Haushalts. Ganz vertreiben lassen sich die Milben von hier nicht. Durch spezielle milbenundurchlässige Bezüge lässt sich die Belastung durch Milbenkot jedoch deutlich reduzieren.
Mit speziellen Matratzen-Sprays, die in der Apotheke erhältlich sind, lassen sich zudem die Pilze abtöten, von denen sich die Milben ernähren. Einige Sprays vernichten - in allerdings begrenztem Umfang - sogar die Milben selbst, ohne dabei für den Menschen schädlich zu sein.

Es ist in der Tat durchaus sinnvoll, bei der Bekämpfung einer Hausstaubmilbenallergie direkt bei ihren Ursachen anzusetzen und die Milbenpopulation soweit wie möglich einzuschränken. Immerhin gehören die Hausstaubmilben aber nicht zu den krankheitsübertragenden Milbenarten und befallen auch weder Mensch noch Tier als parasitäre, entzündungsverursachende Schmarotzer. Dennoch ist eine Hausstaubmilbenallergie eine unangenehme und langfristig gesundheitlich bedenkliche Angelegenheit, die unbedingt Gegenmaßnahmen wie die oben genannten erfordert. Für diejenigen, die es überhaupt nicht in der Nähe der lästigen Mikrotierchen aushalten, sei erwähnt, dass Hausstaubmilben nur bis zu einer bestimmten Höhenlage überlebensfähig sind. Zwischen 1200 und 1700 Höhenmetern beginnt die Milbenpopulation bereits, sich zu verringern. 1700 Meter über dem Meeresspiegel haben Hausstaubmilben praktisch keine Überlebenschance mehr. Für den gequälten Allergiker bleibt also immer noch die Hoffnung auf einen entspannten, milbenfreien Hochgebirgsaufenthalt.